'State of the Art': Faszien im Kontext von Stress, Emotion und Trauma
mit Prof. Robert Schleip l Mitschnitt Jan 2026
Dieses Webinar bietet einen wissenschaftlich, fundierten Überblick über den aktuellen ‚State of the Art‘der internationalen Faszienforschung im Spannungsfeld von Stress, Emotion und Trauma. Im Zentrum steht die Frage, wie fasziales Gewebe als mechanosensitives, neurovaskuläres und immunologisch aktives System mit zentralen Regulationsprozessen zusammenwirkt. Beleuchtet werden Befunde zu stressinduziertem faszialem ‚Remodeling‘, Veränderungen von Steifigkeit und Schichtdicke sowie deren mögliche Bedeutung für chronische Schmerzpersistenz, zentrale Sensibilisierung und Neuroinflammation.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die bidirektionale Kopplung zwischen Faszien und autonomem Nervensystem, eingebettet in neuro-immunologische Regelkreise. Welche Evidenz gibt es für fasziale Beiträge zu sympathischer Aktivierung, vagaler Regulation, Interozeption und Affektverarbeitung?
Wie beeinflussen diese Prozesse die Immun- und Entzündungsregulation – etwa über Stressmediatoren, lokale Zytokin-Reaktionen und neurogene Entzündung? Zudem diskutieren wir traumabezogene Daten, unter anderem zur erhöhten Druck- und Wiederholungsschmerz-Sensitivität nach Kindheitsbelastungen, sowie aktuelle Modelle eines möglichen ‚faszialen Körpergedächtnisses´.
Ein spezieller Blick gilt dem faszialen Beckenboden: als hoch innerviertes, autonom reguliertes Spannungs- und Sinnesorgan, dessen tonische und sensorische Veränderungen unter Stress oder Trauma sowohl somatische Beschwerden, wie Schmerz oder Dysfunktionen, als auch affektive und vegetative Zustände mitprägen können.
Das Webinar bündelt Befunde aus Human-, Tier- und Bildgebungsstudien, ordnet Kontroversen ein und leitet klinisch relevante Forschungsfragen ab.
Diese spannenden Inhalte erwarten Sie:
Es werden konkrete Implikationen für die therapeutische Umsetzung herausgearbeitet.
- Manualtherapeutische Strategien im neurofaszialen Kontext.
- Dosierte fasziale Belastungsreize und deren Progression.
- Bewegungstherapeutische Ansätze zur Gewebe- und Nervensystem-Regulation.
- Vagus-orientierte Regulationsmodelle unter anderem die Polyvagale – Neurozeption Perspektive.
- Spezifische Übertragungen auf die Beckenboden-Faszien: tonisch, sensorisch, autonom.
Ziel ist ein tiefes differenziertes Verständnis neurofaszialer Mechanismen als Grundlage wirksamer, moderner Therapien, verbunden mit praxisnahen Anregungen für den klinischen Alltag.
